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Artikel aus dem Reblandkurier 2005

 

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Reblandkurier 01. Juni 2005

Bügeln gegen Rasenmähen

Der Tauschring Markgräflerland zählt über 200 Mitglieder / Nächstes Treffen
in Müllheim

Müllheim. Es wird beraten, verhandelt, getauscht und Freundschaften geschlossen. Tauschbörsen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Bezahlt wird mit sogenannten "Talenten" Ich gebe dir eine Woche Chauffeurdienst, du gibst mir Hilfeleistungen beim Umzug. Man bietet, was man hat oder kann
gegen etwas, was man braucht. Hauptsache es macht Spaß und fördert die Nachbarschaftshilfe.

Tauschringe sind Zusammenschlüsse von Menschen, die einen geregelten Tausch von Gütern und Dienstleistungen betreiben. Den Tauschring Markgräflerland, der von Freiburg bis Schliengen reicht, gibt es schon seit 1994. Sabine Hildebrandt gründete ihn vor 11 Jahren innerhalb ihres Freundeskreises. Etwa im Jahre 1998 übernahmen Menschen aus der Umgebung die Arbeit und
vereinfachten das System.
Zunächst zeigte die Idee in Staufen Wirkung, wo seitdem ein fester Stamm von 30 bis 35 Mitgliedern miteinander tauschen. Die Mitgliederzahl wuchs und der Tauschring vergrößerte sein Gebiet. So werden heute in Bollschweil 33, in Münstertal 25 Mitglieder, in BadKrozingen/Ehrenkirchen 40, von Sulzburg bis Heitersheim ebenfalls 40 und in Müllheim und Umgebung auch 40 Mitglieder gezählt. Über 200 Mitglieder tauschen unterschiedlich aktiv beim Tauschring
Markgräflerland. Treffen in Staufen, Bad Krozingen oder Heitersheim erleichtern den Kontakt . Seit 2003 entstanden in Bollschweil, in Wittnau und in Münstertal eigene Ortstauschring-Gruppen, die vom Projekt Agenda 21 getragen werden und mit jeweils 30 Mitgliedern eigene Tauschtreffen organisieren.
Eine Tauschvermittlungsstelle sorgt für die nötige Information . Dort werden Angebote gesammelt, zusammengestellt und den Mitgliedern in Form von einer Angebotsliste oder einer Marktzeitung zur Verfügung gestellt. So können Mitglieder selbstständig zu demjenigen Kontakt aufnehmen, dessen Angebote sie nutzen wollen.

"Sinn des Tauschens ist die Belebung der Nachbarschaftshilfe", so Rudi Eichenlaub, Mitglied im Tauschring Markgräflerland und Leiter der Tauschvermittlungsstelle. Da beim Tauschen die Währung Euro nicht eingesetzt wird, wird mit sogenannten "Talenten" beglichen. Eine Stunde Arbeit, wie zum Beispiel eine Stunde Bügeln oder eine Stunde Rasenmähen, entsprechen 20 Talente. So wird eine Stunde Zeit gegen eine Stunde Zeit getauscht, gelernte und ungelernte
Arbeiten werden nicht mehr ungleich bewertet.
Diese Talente werden entweder im Plus für aufgewendete Leistungen oder im Minus für in Anspruch genommene Leistungen auf einer Tauschkarte eingetragen. Auf dieser Tauschkarte wird dokumentiert, ob der Tauscher viel angeboten hat, so ist die Karte im Plus, oder viel in Anspruch genommen hat, dann zeigt die Karte Minustalente. Leistungen oder Sachwerte können aber auch direkt getauscht werden.

Damit die Unterschiede nicht zu groß werden, also nicht ein Mitglied nur anbietet, das andere Mitglied nur Leistungen in Anspruch nimmt, werden von allen Tauschkarten am Jahresende zehn Prozent der Talente über 100 gestrichen. Dies soll einen Anreiz geben, ungefähr gleich viel Leistungen in Anspruch zu nehmen, wie man auch selbst anbietet. Die Rubriken der zu tauschenden Leistungen und Güter reicht vielseitig von Bildung und Beratung über Heim und Garten bis hin zu Körper und Seele. Lebensmittel und Waren werden mit dem ungefähren Vergleichswert Euro berechnet. 10 Euro sind rund 20 Talente.

Das nächste Tauschtreffen des Tauschring Markgräflerland findet am Donnerstag, 2. Juni um 20 Uhr in der Freien Evangelischen Gemeinde in Müllheim, Hauptstraße 133 statt.

Ziele hat der Tauschring Markgräflerland auch. In Müllheim und Umgebung soll sich die Mitgliederzahl verdoppeln, damit das Angebot entsprechend vielfältig ist und die Wege der einzelnen Mitglieder für das Tauschen nicht zu weit ist.

Artikel von Catherine Wagener im Rebland-Kurier vom 1. Juni 05

 


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