18. bis 22. August 2004
Bericht von Franziska:
Eindrücke und Impressionen aus dem Treffen der «SEListen» aus ganz Frankreich und anderen Ländern vom 18. bis 22. August 2004 in Libourne SEL (system échange local) bei Bordeaux:
Ich habe mit meinen zwei 10-jährigen Töchtern an dem diesjährigen Tauschtreffen teilgenommen und bin begeistert. Es war eine wunderschöne, intensive und reiche Zeit mit 250 Leuten (die meisten aus Frankreich) die sehr verschieden, sehr interessant und offen waren. Was mich am allermeisten begeistert ist, dass eine fast grenzenlose Toleranz dem anderen gegenüber spürbar war. Es waren sehr interessante und besondere Leute anwesend, die sehr verantwortungsvoll, respektvoll mit sich und den anderen umgingen. Es war wunderschön zu spüren, dass jeder willkommen war und überall begegnete man hilfsbereiten, offenen und frohen Menschen. Dazu kommt, dass alles super gut organisiert war.
Wir waren im Lycée agro-viticole, 6 km von Libourne, untergebracht, umgeben von lauter Weintrauben. Man konnte wählen, ob man im Dortoir (= Schlafraum mit 4 Betten), Zelt, privat über Route des SEL oder im Hotel übernachten wollte. Wir schliefen im Dortoir zusammen mit einer Patricia, einer sehr netten Deutschen aus München. Für das Essen konnte man sich sehr günstige Coupons kaufen, es wurde Wert darauf gelegt, dass kein Geld in der Sité getauscht wurde. Dazu gab es verschiedene Möglichkeiten sich mit einer Stunde pro Tag pro Person an der Organisation zu beteiligen. Sei es nun Tische abwaschen, Knoblauch schälen oder oder... Das Hauptorganisationsteam waren Leute vom SEL in Libourne, die alle sehr nett waren und man immer wieder deutlich spüren durfte, wie sehr jeder einzelne wichtig ist und wie von Herzen wir alle willkommen waren. Das Essen schmeckte immer ausgezeichnet; es war frisch (Biogemüse im Tausch), abwechslungsreich, französisch, ausgewogen und gesund... und es gab immer wieder positive Überraschungen.
(z.B. das Brot war ein dunkles, sehr bekömmliches, selbstgebackenes Brot )
Drei mal täglich konnte man - wenn man wollte und konnte - an interessanten Ateliers (Arbeitsgruppen mit Diskussion) teilnehmen. Das Angebot war gross und vielfältig auch für Kinder. Am Abend gab es Spiele, Theater im Sale de Fête mit Bürgermeister von Libourne, und am Schluss einen Tanzball... Es wurde viel getauscht, ständig geredet, gesungen und getanzt . Dann gab es auch "Germaine". Das war eine super komische Frau, die sich ein dickes Polster an den Hindern unter sehr altmodische Röcke steckte und mit einem Kopftuch verkleidet für Aufregung sorgte. Sie klebte fast jedem mit ihren knall rot gefärbten Lippen einen Kuss auf die Backen und fand immer richtige Wort im richtigen Moment. Bis es nach einigen Tagen klar wurde, dass sie auf diese Weise ihr "Theatertalent" aufs vorzüglichste preisgab und in Wirklichkeit eine schöne Frau, die Valerie hiess. Wir mochten sie alle sehr.
Einmal gab es auch einen kleinen Warenmarkt. Da gab es Gemüse, Eingemachtes, Kleider, Getöpfertes usw. Da habe mit J.E.U. J ardin d' É change U niversel mitgemacht. Daniel Fergeas in Vingrau (Tel:0033 - 4 6829 40 89) hat das initiiert und er hat noch andere Ideen.
Dann habe ich die Leute, die bei der Route des SEL mitarbeiten, kennengelernt. Jérôme Sales wird uns Ende Oktober/Anfangs November besuchen. Wer Lust hat, im nächsten Jahr Beherbergung anzubieten oder in Frankreich zu reisen, der kann sich bei dieser Gelegenheit informieren. Wenn ich weiss, wann er kommt, werde ich ein Treffen organisieren.
Das ständige Reden und der Besuch der Ateliers waren natürlich auch sehr anstrengend, zumal meine Töchter nicht viel Französisch konnten. Deshalb hoffe ich, dass wir nächstes Jahr zahlreich nach Frankreich fahren..
Nach dem das Treffen beendet war - war waren alle traurig und müde - bin ich mit meinen Töchtern noch drei Tage ans Meer gefahren. Die Heimreise führte uns über Paris, wo wir noch zwei wunderschöne Tage verbrachten. Mit Übernachtung natürlich über die Route des SEL.
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